Mittwoch, 23. November 2016

Kalendergeschichten Mutter Erde - Oktober 2017

Die Erde - unsere Mutter - lehrt uns, egal, was Du besitzt oder verlierst, Du wirst jedes Jahr von neuem mit dem versorgt, was Du brauchst. Die Erde läßt Dich nicht im Stich. Sie lehrt Dich den Zyklus von Leben und Tod und dass Du erntest, was Du säst.
Sie fordert Geduld, Disziplin, Durchhaltevermögen und die Akzeptanz - sich darauf einzulassen.
Sie zeigt Dir den Prozess und dass jeder Schritt gegangen werden muss, dass es beim Wachsen und Reifen keine Abkürzungen gibt und dass nicht alle Mühe belohnt wird und ein manches Mal noch einmal von vorne begonnen werden muss.
Um ernten zu können erfordert es das Wissen, was, wann, wo, wie wächst und die Akzeptanz, dass Regen, Sonne und Wind nicht der eigenen Kontrolle unterliegen.
Das Ermutigende dabei ist, dass wir durch die Wiederholung des Zyklus die Möglichkeit haben zu lernen und auch immer wider von Neuem zu beginnen.
So kommen wir von Jahr zu Jahr ein bisschen weiter und können ein bisschen besser werden und können aus Erfahrungen lernen und ernten, was wir gesät haben.

Blumenwiese 30x30 cm, Acryl auf Leinwand
Oktoberbild aus dem Kunstkalender 2017 von Yvonne Bölstler

Montag, 21. November 2016

Kalendergeschichten: Genug sein - August 2017

Das Beste für ihr Kind zu geben, die Familie perfekt zu organisieren, um das Leben voll und ganz auszukosten, für die Zukunft zu sorgen, Sicherheiten aufzubauen, Pläne zu schmieden, Kredite zu bezahlen, ...
Kinderkrankheiten, schlaflose Nächte und fremdbestimmte Tage hatten eine graue Decke aus Erschöpfung und Traurigkeit über sie gelegt. Sie sah wie der Vogel im goldenen Käfig seine Artgenossen vor dem Fenster frei und wild fliegen und wünschte sich so sehr den Wind im Haar und das Lagerfeuer zurück. Doch das kontrollierte Kaminfeuer und das entspannende Wellnesswochenende konnten ihre Unzufriedenheit und ihre Sehnsucht nach sich selbst nicht ausräumen. Sie schämte sich und fühlte sich undankbar. Sie hatte alles und mehr und verglich sich selbst mit der Fru vom Fischer, die nie genug bekam.
Wer war sie geworden? Was war mit ihr passiert?
Abends fiel sie erschöpft ins Bett, um dem Konsumanspruch des folgenden Tages standhalten zu können. Sie schien in Windeseile zu altern und das Leben rieselte unaufhaltsam wie der Sand durch eine Sanduhr. Ihre Daseinsberechtigung, neues Leben zu gebären, schien erfüllt und sie sah sich einer nie da gewesenen Leere gegenüber. Pflichtbewusst erfüllte sie ihre Alltagsaufgaben und kümmerte sich um alle anderen - aber sich selbst schien sie nicht mehr zu spüren. Wo war sie? Was waren ihre Bedürfnisse, Wünsche, Träume, Ziele? Was konnte sie tun?
Die neue Leere, die sich in ihr auftat, füllte sie mit der Angst, nicht genug zu sein. Und es kam eine lange Zeit, in der mit aller Kraft versuchte, zu genügen. Viel später, fast zu spät, als sie wieder durchscheinend wurde, erkannte sie, dass sie nicht sich, sondern den anderen genügen wollte. Und plötzlich erinnerte sie sich an die lang vergangenen Zeiten, in denen sie als bespiegeltes Zerrbild der anderen durchs Leben strich. Sie erwachte wie aus einem bösen Traum und entschied sich, auf die Suche nach neuer Fülle, neuen Lehren und neuem Leben zu machen.
So langsam wie sie sich selbst verloren hatte, so langsam schien sie wieder zu sich selbst zu finden. Sie merkte, wie schwer es war, im Äußeren etwas zu finden, was sie erfüllen konnte.
So wandte sie sich allmählich nach Innen und erschrak fast, welche Fülle und welchen Reichtum sich da auftat. Als sie sich umsah, begriff sie, dass das Funktionieren, Perfektion und Kontrollsucht ein Ende hatten und sie genug war, ganz so wie sie war.

Another Cup of Coffee, Acryl auf Leinwand, 40x80 cm, 2016

Bild August aus dem Kunstkalender 2017 von Yvonne Bölstler


Samstag, 19. November 2016

Kalendergeschichten: Mutterschaft - September 2017


Sie schien innerlich zu schmelzen. Die Kälte der Einsamkeit wich vor der Sonne des neuen Lebens in ihr zurück. Sie konnte kaum fassen, was da mit ihr geschah. Das entstehende Leben in ihr schien ihr bestehendes komplett aufzulösen. Doch sie hatte keine Angst sich zu verlieren. Sie kämpfte nicht dagegen an. Sie war sich der Kraft des Lebens so sehr bewußt, dass sie sich vertrauensvoll der Wandlung hingeben durfte. Sie sah gelassen zu, als ihre Waffen in Gletscherbächen aus ihr herausliefen und sie rund und weich wurde. Das Wunder des Lebens hatte sie ganz eingenommen und sie wurde unsicher, ob sie sich überhaupt so hingeben durfte, oder ob sie etwas tun mußte, um eine gute Mutter zu werden. So fand sie sich dabei, herauszufinden, was wohl das Beste für ihr Kind sei und verstrickte sich in Meinungen und Ratschlägen, die ihr eigenes tiefes Wissen begruben. So viel konnte sie selbst nicht wissen und die anderen belehrten sie eines Besseren.
Mit der Geburt nahm das neue Leben seinen Platz ein. Getragen von dieser Kraft spürte sie ihre eigene göttlich schöpferische Energie und gab sich der Heiligkeit des Lebens hin. Das Wunder des Lebens und der Liebe hatte sie für immer gewandelt. 
Und plötzlich standen neue Bedürfnisse eines hilflosen Kindes vor ihr und sie stelle ihre eigenen hinten an - dieses Mal mit dem Wissen, dass es auch ihre Bedürfnisse waren und sie sich nicht auflösen, sondern über sich hinaus wachsen würde.

Mutterschaft, Acryl auf Leinwand, 50x60 cm, 2016

Bild September aus dem Kunstkalender 2017 von Yvonne Bölstler

Freitag, 11. November 2016

Kalendergeschichten: The Walk - Januar 2017


Sie hatte sich auf den Weg gemacht. Ihr begegneten viele, die sie liebten und vieles sog sie in sich auf und spürte, wie das Leben sich in ihr ausdehnte. Voller Selbstbewusstsein und Neugier erkundete sie die Welt für sich, stand in ihrem Zentrum und fühlte sich stark und unabhängig. Sie war kaum zu stoppen, zeigte sich in ihrer Bewusstheit, folgte ihren Bedürfnissen und kämpfte für ihr Recht. Sie war eine Kriegerin geworden. Und alles, was sich ihr in denWeg stellte und nicht zu ihr passte oder anderer Meinung war, wurde ausgeräumt - vollständig...
Und wenn sie abends an ihrem Feuer saß und sich wärmte, und der Wind der großen Weite durch ihr Haar strich, fühlte sie sich erschöpft vom vielen kämpfen - und unendlich einsam.
Wie gerne hätte sie eine Weggefährtin, mit der sie Seite an Seite kämpfen konnte, die ihr den Rücken stärkte, sie bestätigte und unterstützte. Aber da sie alle ablehnte, konnte sie keine finden, die sie begleitete.
Ihr fiel die Zeit mit den anderen ein. Die Zeit, als sie so gar nicht sie selbst war und nur die Bedürfnisse der anderen erfüllt hatte. Ihr wurde klar, dass sie nun so viel mehr als die anderen geworden war, so viel mächtiger und klarer, dass es sie mit Stolz und Abscheu gegen ihr damaliges Sein erfüllte. Da wollte sie lieber alleine kämpfen. Nie wieder wollte sie diese Anpassung spüren und sich so unterordnen. Sie stocherte noch eine Weile trotzig in der Glut ihres Feuers herum und nahm sich fest vor, am nächsten Tag weiter zu kämpfen, um sich selbst nicht mehr zu verlieren. Alles schien seinen Preis zu haben. Sie schloss die tränenden Augen. Sie fror - trotz Feuer. Innerlich so kalt.

The Walk, Acryl auf Leinwand, 80x80 cm, 2011


Bild vom Januar aus dem Kunstkalender 2017 von Yvonne Bölstler

Mittwoch, 9. November 2016

Kalendergeschichten: Spiegel - Juli 2017

Ganz blass und fahl war sie geworden. Wie ein Geist ohne Substanz bewegte sie sich durch die, die so viel mehr waren – als sie selbst. Sie wollte dazu gehören und merkte, wenn sie es versuchte, dass sie es nicht schaffte. So war sie nicht. Sie konnte nicht sein wie die anderen. Den Mut sich zu zeigen mit all ihren Träumen brachte sie nicht auf. So kraftlos war sie als Geist. Jetzt gehörte sie dazu. Sie umwehte die anderen und bewegte sich mit ihnen.Sie war traurig, mutlos, voller Angst und wartete darauf, dass irgendetwas geschehen würde, das sie befreite.
Denn manchmal nachts, wenn sie allein war und im Traum nicht die Regeln der anderen befolgte, entstanden bunte und berührende Bilder, die ihr Leben hätten sein können. Dann glitt sie durch ihre Welt, war Königin, Macherin, Schöpferin. Sie liebte diese Träume, denn sie gaben ihr die Kraft, dass sie sich nicht ganz auflöste.
Doch was konnte sie tun?
Wie konnte sie ihre Träume zum Leben erwecken?
Wann würde das Schicksal endlich für ihre Befreiung sorgen? Wo war der Märchenprinz, der ihr als Kind immer versprochen wurde? Ach, sie war ja keine Prinzessin…
Plötzlich erinnerte sie sich an etwas, was sie im Traum getan hatte. Es war nur ein ganz kleiner Schritt. Zitternd und mit angehaltenem Atem bewegte sie ihre Hand und ein Schauer von Magie durchlief sie und erfüllte sie mit Kraft.
Sie spürte, sie hatte sich auf den Weg gemacht. Ihr war nichts passiert und plötzlich wurde ihr klar, dass niemand sie retten würde. Kein Prinz würde jemals vorbeireiten. Doch das war egal. Denn sie nahm selbst die Zügel in die Hand.
Sie lachte laut auf, spürte ihren Atem, ihren Herzschlag und die Energie, die sie durchströmte. Sie gewann langsam an Substanz. Sie brauchte sich nicht mehr in den anderen zu spiegeln.
Denn bei den anderen war sie nichts als ein Zerrbild derer, die sie anders haben wollten.



Spiegel, Eitempera auf Leinwand, 50x100 cm, 2016
Bild Juli - aus dem Kunstkalender 2017 von Yvonne Bölstler


Sonntag, 25. September 2016

Kunstkalender 2017 von Yvonne Bölstler

Zum 7. Mal erscheint der Kunstkalender mit Bildern und Gedanken von Yvonne Bölstler und macht 2017 bunt!

Er kann bei dawanda, per Mail oder direkt im Atelier oder beim Mühlenbäcker Stollenfest (06.11.16), Langebrücker Weihnachtsmarkt (26.11.16) und Hermsdorfer Weihnachtsmarkt (27.11.16) erworben werden.


Kunstkalender 2017


Donnerstag, 9. Juni 2016

Jetzt wird's bunt im Speiseraum

Das Kreativprojekt mit der 2. Klasse der Grundschule hat viel Spaß gemacht und die Essenspause ist etwas bunter geworden.